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Bereitschaftsleitung

Steffen Kopp | Andreas Kopp

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Notfälle an jeder Ecke – da wunderten sich Passanten und Anwohner in den Abendstunden nicht schlecht. Im Rahmen eines Ausbildungsabends übten die Einsatzkräfte des Elzer Roten Kreuzes die Patientenversorgung bei verschiedenen Notfallbildern mitten im Elzer Ortskern.

Rathausplatz Elz. 19.31 Uhr. Ein Stöhnen dringt aus einem Geländewagen, der offenbar kurz zuvor mit voller Wucht gegen die Mauer zum Pfarrhaus gefahren ist. Der schwerverletzte Fahrer ist nur noch bedingt ansprechbar. Den eintreffenden Helfern des DRK-Ortsverein Elz fällt bei der ersten Patientensichtung sofort das Brillenhämatom im Gesicht des jungen Mannes auf. Darüber hinaus blutet er aus einem Ohr und ist nur noch eingeschränkt ansprechbar. Nun ist schnelles Handeln gefordert. Während ein Helfer Kopf und Halswirbelsäule von hinten aus dem Fond des Fahrzeugs her sichert, bereiten seine Kameraden das Spineboard vor, um den Patienten möglichst schnell aus dem Fahrzeug zu retten. Mit vereinten Kräften gelingt dies auch recht schnell, so dass außerhalb des Fahrzeuges die weitere Untersuchung und Versorgung des Schwerverletzten vorgenommen werden kann.

Wenige Schritte weiter in der Lehrgasse gellen Schreie durch den sommerlichen Abend. Ein junger Mann lehnt schreiend und röchelnd an der Hauswand – neben ihm ein Grill, daneben eine Spiritusflasche. Hände, Unterarme und Gesicht sind schwerstverband – Folgen des misslungenen Versuchs, den Grill möglichst schnell anzufachen, was deutlich in die Hose ging! Angesichts der beeindruckenden schauspielerischen Leistung des Verletztedarstellers muss das Helferteam versuchen die Ruhe zu bewahren und die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Also Verbrennungen steril abdecken, Patienten betreuen und sofort den Rettungsdienst mit einer adäquaten Beschreibung des Notfallbildes nachalarmieren. Dabei greifen die Helfer auf die sogenannten 9er-Regel zurück, mit der sich der Anteil der verbrannten Körperoberfläche schnell und einfach bestimmen lässt.

Wieder werden einige Meter zu Fuß zurückgelegt. Da stoßen die Elzer Rotkreuzler im rückwärtigen Bereich des Bürgerhauses auf einen älteren Patienten, der sich nicht ganz wohl fühlt. Er gibt ein allgemeines Unwohlsein an und hat eine kleine Erinnerungslücke. Äußerlich zeigen sich keine Verletzungsmuster. Eine harte Nuss für die Sanitäter, denn das Notfallbild bleibt zunächst im Dunkeln. Also der Reihe nach: Vorerkrankungen und Medikationen werden abgefragt, während die anderen Teammitglieder Blutdruck und Puls messen sowie Blutzuckerwert und Sauerstoffsättigung ermitteln. Auffällig sind die massiven Herzrhythmusstörungen und ein recht niedriger Blutdruck – ein Vorhofflimmern, wie sich später herausstellt. Insgesamt ist der Ausbilder – unser Bereitschaftsarzt – mit der Versorgung des Patienten (sich selbst ;) jedoch voll zufrieden.

Wie man sehen kann, wurde den Teilnehmern des Ausbildungsabend eine Menge abgefordert. Drei verschiedene Einsatzorte mit drei völlig unterschiedlichen Notfallbildern arbeiteten sie in Viererteams während der Stationsausbildung ab. Dabei übten erfahrene Einsatzkräfte mit frisch gebackenen Sanitätern und ganz neuen Rotkreuzlern ohne Ausbildung Hand in Hand – und es hat bestens geklappt. Das Elzer Rote Kreuz zeigt sich auch für den Ernstfall bestens gerüstet.